Ratgeber Druck

Über Drucken und Druckereien …

Ratgeber Druck – Folge 5 – Der Farbmodus

Dienstag 21. Dezember 2010 von admin

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Der Farbmodus und seine Bedeutung für den Druck

Wenn man sich mit Farben in Druckangelegenheiten beschäftigt, so begegnet einem eine Vielfalt von Begriffen: Farbraum, Farbmodus, Colormanagement, RGB, CMYK, L*a*b, ICC-Profil, RAL, HKS, Pantone …

Ich möchte nachfolgend versuchen, etwas Übersicht in die komplizierten Zusammenhänge der Farbwiedergabe hineinzubringen, werde mich aber auf die wesentlichen Dinge konzentrieren, die für die gelegentliche Erstellung von Drucksachen von Belang sind.

Farben können auf unterschiedliche Art erzeugt werden. Durch Mischung von Licht als Lichterfarben (additives Farbsystem – z. B. Monitor) oder die Verwendung von Farbmitteln auf einem Trägermaterial als Körperfarben (subtraktives Farbsystem – z. B. Druck).

Durch die selbstleuchtenden Eigenschaften der additiven Farbmischung entsteht ein hoher Kontrastumfang. Die Strahlkraft dieser Luminanz (hervorgerufen z. B. durch die Phosphorleuchtpunkte des Monitors) vermittelt nicht nur einen hohen Schärfeeindruck, sondern lässt auch Farbdarstellungen zu, die nur durch additive Farbmischung möglich sind.

Bei der subtraktiven Farbmischung können, weil andere Primärfarben benutzt werden, andere Farben als bei der additiven Farbmischung dargestellt werden. Die Farbräume von Geräten mit additiver (Monitore) und subtraktiver (Drucker) Farbmischung unterscheiden sich grundsätzlich. Beide beeinhalten andererseits auch viele Farben, die sie gemeinsam darstellen können.

Es ist deshalb von Vorteil, ein Farbmodell von Primärfarben zu haben, das standardisiert und festgelegt ist. Ein solches standardisiertes Modell ist das sogenannte CIE-System, das die drei Grundfarben (Rot, Grün und Blau) systematisch auswählt und mit speziellen Koordinaten versieht.

spektralfarben_CIE-system

Der Spektralfarbenzug des CIE-Systems. Die Farbfläche stellt die Farben dar, die auf gestrichenem Papier gedruckt werden können. Das schwarze Dreieck enthält die Farben, die ein Bildschirm wiedergeben kann. Die äußere gebogene Linie enthält die Farben, die das Auge sehen kann.

Doch zunächst noch einmal zurück zum additiven bzw. subtraktiven Farbsystem.

Das additive Farbsystem verwendet Kombinationen aus Rot, Grün und Blau, um die Farben des Spektrums wiederzugeben. Gleiche Anteile von rotem, grünem und blauen Licht ergeben weißes Licht. Sind die Lichtanteile alle gleich null, so erhalten wir schwarz. Dieses System wird benutzt, um ein Bild zu scannen oder digital zu fotografieren und auf dem Monitor wiederzugeben. Man bezeichnet es als RGB-Modell, benannt nach den ersten Buchstaben der Primärfarben.

Der Wertebereich für R, G, B kann unterschiedlich festgelegt sein. Die klassische Darstellung lässt Werte zwischen 0 und 1 zu (entspricht 0% bzw. 100%). Computerorientierte Anwendungen orientieren sich an der Form der Abspeicherung, z.B. bei 8 Bit pro Kanal ergibt sich ein Wertumfang von 0 … 255.

Das subtraktive Farbsystem verwendet Cyan, Magenta und Gelb (Yellow). Durch Mischen dieser Farben entsteht „Schwarz”. Dieses System ist die Grundlage der Druckfarbendarstellung. Man bezeichnet Cyan, Magenta und Gelb als Prozessfarben.

Mögliche Werte liegen von 0% bis 100% für jede der vier einzelnen Farben. Dabei steht 0% für unbedruckt und 100% für eine Volltonfläche.

additives + subtraktives farbsystem

Der gravierenste Mangel des subtraktiven Sytems besteht darin, dass 100% von Cyan, Magenta und Gelb kein wirkliches tiefes Schwarz ergeben, sondern eher ein dunkles Braun. Aus diesem Grunde wird in der Praxis als 4. Farbe Schwarz hinzugegeben, weshalb man dieses System dann als CMYK bezeichnet.

Das «K» in der Abkürzung CMYK rührt weder von Kontrast noch blacK her. Im englischsprachigen Offsetdruck bezeichnet K die key plate („Schlüsselplatte”), die schwarz druckende Platte, an deren Grundlinie die drei farbigen Platten ausgerichtet werden.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass es sowohl mehrere RGB-Farbräume gibt (z. B. sRGB, Adobe-RGB, Adobe-Wide-Gamut-RGB, …) als auch verschiedene CMYK-Farbräume (in Europa: Euroskala oder ISO-Skala, in den USA: SWOP-Standard).

Von Bedeutung ist dieser Umstand bei der notwendigen Umwandlung von gescannten oder fotografierten Bildern (RGB) in für den Druck notwendigen CMYK-Modus. Denn nur Bilder im CMYK-Modus können farbrichtig gedruckt werden. Werden versehentlich RGB-Bilder in das Layout eingebunden, so können stärkere Farbabweichungen im Druckergebnis auftauchen. Druckereien weisen Reklamationen diesbezüglich konsequent zurück. Eine abschließende Kontrolle vor Übergabe der Druckdateien ist in dieser Hinsicht unbedingt nötig. Auf die konkreten Kontrollmöglichkeiten in den einzelnen Programmen werde ich in einem späteren Artikel eingehen.

- wird fortgesetzt -

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 21. Dezember 2010 um 09:38 und abgelegt unter Drucken, Immer aktuell. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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